Antrag: kein Einweggeschirr

Antrag der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen:

1.         Die Stadt Wyk auf Föhr bekräftigt ihren Beschluss, wonach bei öffentlichen Veranstaltungen in der Stadt kein Einweggeschirr oder –besteck sowie keine Einwegbecher, -tassen oder –gläser verwendet werden dürfen.

2.         Zugleich erwartet sie, dass die Kontrolle und ggf. die Sanktionierung von Verstößen konsequent durchgeführt wird. Diese könnte beispielsweise darin bestehen, dass solche Veranstalter von der Vergabe eines Standplatzes im Folgejahr ausgeschlossen werden.

3.         Die Stadt Wyk auf Föhr, die WTG sowie das Amt Föhr-Amrum und die FTG (soweit es die Stadt Wyk betrifft) nehmen in künftige Pachtverträge mit Gastronomen, Veranstaltern oder Marktbeschickern eine entsprechende Verzichts-Klausel auf. Die Möglichkeit, bestehende Pachtverträge daraufhin zu aktualisieren, wird rechtlich geprüft.

4.         Veranstaltungen auf städtischem Grund sollen nur genehmigt werden, wenn der Veranstalter sich dazu verpflichtet, ebenfalls den obigen Verzicht umzusetzen.

Begründung:

Im Rahmen des „Integrierten Inselschutzkonzeptes“ wurde bereits Anfang der neunziger Jahre ein Verzicht auf Einweggeschirr und Einwegtrinkbehältnisse beschlossen und auch weitestgehend umgesetzt. Verankert ist der Verzicht z.B. in den Richtlinien zum Wyker Jahrmarkt. [1]

Zusammen mit dem damals noch gültigen Föhrer Dosenschwur war der Verzicht auf Einweggeschirr nur ein Baustein einer erfolgreichen Positionierung Föhrs als „Grüne Insel“ im besonderen Naturraum Nationalpark Wattenmeer.

Der Dosenschwur ist leider – nicht zuletzt aufgrund der verfehlten Einführung des Dosenpfandes – schon lange Geschichte. Beim näheren Hinsehen scheint auch der – immer noch gültige – Verzicht auf Einweggeschirr einen ähnlichen Weg zu gehen.

Obwohl noch im Jahr 2012 durch die Verwaltung die Ausweitung des Verzichtes und die verstärkte Überwachung bestehender Verpflichtungen angekündigt wurde,[2] sieht die Realität leider ganz anders aus. Immer wieder muss festgestellt werden, dass sich einige Gastronomen, Marktbeschicker und Veranstalter nicht an den Verzicht gebunden fühlen oder gar nicht wissen, dass er auch für sie gelten sollte. [3] Ärgerlich wird dies umso mehr, wenn es sich noch um öffentlich betriebene Lokale (Aquamarin) oder durch die Stadt verpachtete Gaststätten handelt.

Nun stellt sich die Insel gerade als Vorreiterin in Sachen Plastikarme Inselumwelt auf. Unterstützt durch das Umweltministerium und die Umweltlotterie Bingo entwickelt der BUND Föhr federführend das Modellprojekt „Plastikfrei wird Trend“. Die Initiative hat bereits breite Unterstützung aus Naturschutz, Fischerei, Einzelhandel, Bildung und Tourismus erfahren. Auch ein erstes überregionales positives Medienecho konnte beobachtet werden.

Vor dem Hintergrund dieser neuen und erfrischenden Initiative und dem hierdurch auch gebotenen Ansatz zum erfolgreichen Tourismusmarketing, halten wir es für geradezu zwingend, den bestehenden Verzicht auf Einweggeschirr und Einwegtrinkbehältnisse durch die Stadt Wyk und ihre Institutionen in aller Deutlichkeit zu bekräftigen und seine Umsetzung endlich effektiv zu gestalten.


Fußnote:

[1] Richtlinien der Stadt Wyk auf Föhr über die Zulassung zum Wyker Herbstmarkt (Jahrmarkt) nach den Bestimmungen des § 70 Gewerbeordnung vom 16.05.2011:

„l) Betriebe der Gastronomie sollen Mehrweggeschirr verwenden. Ist dies nicht sinnvoll, so ist verrottbares (z.B. Pappe) Geschirr auszugeben.“

[2] Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten vom 06.11.2012. Protokollauszug:

„a) Umsetzung des Verbotes von Einweggeschirr

Der Vorsitzende kann bezüglich der Umsetzung des Verbotes von Einweggeschirr ein positives Resümee ziehen. Das Wort wird an die Verwaltung mit der Bitte um einen kurzes Sachstandsbericht übergeben.

Die Verwaltung schildert die Vorgehensweise der Ordnungsbehörde zur Sicherstellung der Einhaltung des Verbotes. Festzustellen ist, so der Amtsleiter, dass das Verbot weitgehend umgesetzt wurde und auch durchaus positive Rückmeldungen eingegangen sind. Das Müllaufkommen sei auch merklich zurückgegangen.

Aus der Fraktion der Grünen wird angeregt, dieses Verbot für sämtliche Märkte und Veranstaltungen im Wyker Stadtgebiet auszudehnen.

Das Gremium reagiert durchweg positiv auf dieses Ansinnen und die Verwaltung sagt zu, diesen Vorschlag zu realisieren.“

[3] Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten vom 28.10.2014. Protokollauszug:

„Ein Mitglied des Ausschusses bemängelt, dass sich auch in diesem Jahr nicht alle Marktbeschicker an das Gebot zur Verwendung von Mehrweggeschirr gehalten hätten.“