Antrag: Bienensterben

Achtung: der Artikel „Kampf gegen das Insekten-Sterben“ der „Insel-Boten“ vom 07.03.2018

 

Till Müller
Fraktionssprecher
Dörps End 5
25938 Wyk auf Föhr

An den
Bürgermeister der Stadt Wyk auf Föhr
Herrn Paul Raffelhüschen
Hafenstr. 23
25938 Wyk auf Föhr

Wyk auf Föhr, den 12.02.2018

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Raffelhüschen,

im Namen der Fraktion Bündnis90/Die Grünen bitte ich Sie hiermit den folgenden Antrag auf die Tagesordnung der Sitzung der Stadtvertretung der Stadt Wyk auf Föhr am 22.02.2018 zu setzen.

Die Stadtvertretung möge beschließen:

  1. Die Vertretung der Stadt Wyk appelliert an alle Grundstücksbesitzer, in ihren Gärten weniger „Zierpflanzen“ anzubauen und stattdessen solche Pflanzen auszusäen, die insbesondere den Bienen, aber auch anderen Insekten (als Teil der Nahrungskette) nützlich sind. Dazu gehören Pflanzen wie Phazelie, Buchweizen, Kornblume, Ringelblume, Borretsch oder Dill.
  2. Zugleich ergeht der Auftrag an GrünBau, in ähnlicher Weise an den Straßenrändern und auf vielen öffentlichen Grünflächen vorzugehen.
  3. Die Stadt Wyk prüft auf welche Weise eine für Bienen und andere Insekten wertvollere Bepflanzung im Stadtgebiet erreicht und unterstützt werden kann.

 

Begründung:

In den letzten Jahren hat sich der Bestand zahlreicher Insektenarten dramatisch veringert. Besondere Relevanz haben dabei die Bienen, denn sie sind nach den Rindern und Schweinen die drittwichtigste Tierart für uns Menschen. Die Landwirtschaft ist z.T. schon darauf angewiesen die Bestäubung ihrer Nutzpflanzen auf künstlichem Wege vorzunehmen.

Der Kreis Nordfriesland hat mit Kreistagsbeschluss vom 17.11.2017 die Wichtigkeit der Artenvielfalt auch in den Insektenpopulationen hervorgehoben und einen umfassenden Prüfauftrag an die Kreisverwaltung erteilt. Ziel ist es Maßnahmen zum Schutz des Insekten- und Bienenbestandes zu erarbeiten.

Die Stadt Wyk sollte hier mit Gutem Beispiel vorangehen und versuchen dort wo es möglich ist, Rücksicht auf Bienen und Insekten zu nehmen.

Hierzu gehört in erster Linie die Bepflanzung der städtischen Grünanlagen. Diese wird im Auftragswege durch den Eigenbetrieb GrünBau besorgt. Dieser ist entsprechend anzuweisen. Selbstverständlich ist bei der Bepflanzung und Pflege der öffentlichen Grünanlagen auch weiterhin auf eine ansprechende Optik zu achten.

Darüber hinaus sind weitere – ggf. aufwendigere Maßnahmen – zu prüfen und in den städtischen Gremien zu diskutieren. Hierzu könnten gehören:

  • Beispielsweise könnten auf solche Verkehrseinengungen wie in der Strandstraße, die nur als Grünflächen dort liegen, Hochbeete aufgestellt werden. Dafür würden Paten eingeworben werden, die das Beet pflegen und bewirtschaften. Damit würden die Flächen nicht mehr als Hundeklos missbraucht.
  • Manche Allee könnte mit Nutz- und Fruchtbäumen (Äpfel, Schlehen…) ergänzt werden, da auch sie wichtig sind für die Bienen. Z.T. wird dies ja auch schon umgesetzt.
  • Hecken könnten durch „Schmetterlingsbäume“ ergänzt werden, um die Artenvielfalt zu stärken.
  • Auf anderen Grünflächen der Stadt könnten Nutzpflanzen angelegt werden, die für alle Bürger(innen) zugänglich und verwertbar wären (Beispiele für „Städte mit Nutzpflanzen“ gibt es reichlich – Stichwort: Essbare Städte).

Entsprechende Maßnahmen sind schließlich auch zur Werbung für Wyk als Kurort im Sinne der Grünen Insel Föhr geeignet.

Till Müller
Sprecher der Fraktion