Diako FL will keine Schwangerabtreibung mehr vornehmen

Zur Entscheidung der Flensburger Krankenhäuser, in dem gemeinsamen Zentralkrankenhaus künftig keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vornehmen zu wollen, äußern sich Grüne aus dem Kreistag Nordfriesland und dem Kreisvorstand Nordfriesland gemeinsam.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im nordfriesischen Kreistag, Esther Drewsen, sagt dazu:

„Die Ankündigung der Flensburger Kliniken nach der geplanten Fusion keine Schwangerschaftsabbrüche mehr vornehmen zu wollen wird betroffene Frauen vor zusätzliche Probleme bei dieser besonders schwierigen Entscheidung stellen. Die millionenschwere Förderung des Landes Schleswig-Holstein wird gern entgegen genommen, eine umfassende Daseinsvorsorge aber abgelehnt, sobald es nicht in das konfessionelle Bild eines der beiden Häuser passt. Es erscheint vor diesem Hintergrund besonders wichtig, Empfängnisverhütung allen Frauen, auch denen mit niedrigem Einkommen, zugänglich zu machen. Im Kreis Nordfriesland geschieht dies über eine vom Kreis mitfinanzierte Möglichkeit, bei pro familia eine Kostenerstattung zu erhalten, über deren Erhöhung in der nächsten Kreistagssitzung entschieden werden soll, in Flensburg gibt es diese Möglichkeit ebenfalls.“

Katrin Samulowitz. Sprecherin der Grünen im Kreis Nordfriesland, ergänzt:

„Mit dieser Entscheidung machen die Krankenhäuser eine Rolle rückwärts in das letzte Jahrhundert! Unter uns sind Frauen und Männer, die vor bald 50 Jahren für das Recht auf straffreien Schwangerschaftsabbruch auf die Straße gegangen sind und empört sind – zu Recht!

Wir Grünen setzen uns ein für eine Gesellschaft, in der jede und jeder sicher und selbstbestimmt leben kann. In dem Moment, wo Steuergelder durch das Land zum Wohle der Bevölkerung investiert werden, muss dies frei von religiösen Vorstellungen erfolgen. Andernfalls würden Frauen diskriminiert, die der katholischen Wertevorstellung nicht folgen, was übrigens in Schleswig-Holstein vergleichsweise viele Menschen sind.“

Weiitere Infos: