Pressemitteilung

Als im September 2015 Gerüchte über eine drohende Schließung der Geburtsstation über die Insel liefen und im Inselboten schon ein großer Bericht darüber erschienen war, da hätte man für die unmittelbar folgende Kreistagssitzung eine flammende Rede unseres Bürgermeisters und Kreistagsabgeordneten Paul Raffelhüschen erwarten dürfen. Doch weit gefehlt – er schwieg und begründete das damit, er sei darüber nicht informiert worden.

Doch auch in der Novembersitzung des Kreistages, als viele Insulaner sich nach Husum auf den Weg gemacht hatten und eindrucksvoll ihren Kampf für die Geburtsstation im Kreistag kundtaten, gab es keinerlei Unterstützung durch den Abgeordneten Raffelhüschen. Er saß und schwieg.

In den folgenden Wochen und Monaten wurde er mehrmals durch die Wyker Stadtvertretung gebeten, als Kreistagsabgeordneter die Herausgabe des geheimnisvollen Gutachtens zu fordern, zumindest aber den zur Verschwiegenheit verpflichteten Mitgliedern des Amtsausschusses Einblick in das Gutachten zu verschaffen. Herr Raffelhüschen lehnte es jedoch stets ab mit der Begründung, er allein könne das nicht beantragen, das könnten nur Fraktionen. Und in seiner CDU-Fraktion bekäme er keine Mehrheit dafür. Außerdem sei es auch aussichtslos, denn Landrat Harrsen werde das Gutachten ohnehin nicht rausgeben. Also bräuchte man das auch gar nicht erst versuchen.

Diese Blockadehaltung des Bürgermeisters und Kreistagsabgeordneten setzte sich in den nächsten Monaten konsequent fort – bis zum Aktionstag am vorigen Sonntag. Da trat er wie verwandelt auf die Bühne und schwadronierte mit großen Worten, er habe sich intensiv für den Erhalt der Geburtsstation eingesetzt. Angeblich habe er sogar einen Antrag in Sachen Gutachten gestellt – einen Antrag also, den er bisher für sinnlos gehalten habe.

Dieses wiederholte er vor laufender Kamera des NDR: „…Ich habe, als ich den Antrag gestellt habe im Kreistag gesagt,…“ Leider gibt es diesen Antrag überhaupt nicht. In keinem einzigen Protokoll wird er erwähnt und auch kein anderer Kreistagsabgeordneter kann sich an einen Antrag oder einen Wortbeitrag Raffelhüschens erinnern.

Doch das passt in ein Gesamtbild: Der Abgeordnete Raffelhüschen scheint bei Kreistagssitzungen nur körperlich anwesend zu sein: Seitdem er Abgeordneter ist, seit drei Jahren, hat er noch nicht ein einziges Mal irgendetwas im Kreistag gesagt – zumindest nichts, was die Protokollanten für aufschreibenswert gehalten haben. Gab es in diesen drei Jahren keine Debatte, in der es um Föhr ging? Wer hat unsere Interessen dann vertreten?

Es muss ein „Stich ins Herz“ all jener gewesen sein, die sich seit Monaten in der Initiative für die Geburtsstation engagiert und den Aktionstag auf die Beine gestellt haben, als sich der nachweislich untätige Bürgermeister plötzlich in vorderster Front präsentierte. Das war ein peinliches Zerrbild seines bisherigen Handelns.