Sand statt Salz

Achtung: der Artikel „Der Pfoten-Killer“ der „Insel-Bote“ vom 23.11.2017

 

Streusalz vermeiden!

eine gemeinsame Aktion von:

 

Trotz bestehender deutlicher Anwendungsbeschränkungen, trotz vieler Appelle insbesondere von Tierfreunden, trotz diverser plausibler Argumente, die gegen den Einsatz von Streusalz sprechen, können auch auf Föhr etliche Anwohner und Hausmeisterdienste offensichtlich der Versuchung nicht widerstehen. Leider wird oft schon bei leichter Glätte Streusalz ausgebracht. Dabei weiß eigentlich jede(r), welche Folgen das hat:

  • Nicht nur Tierfreunde können sich vorstellen, welche Schmerzen Salz in offenen Wunden erzeugt. Hunde verletzen sich gerade im Winter leicht die Pfoten und treten dann in Streusalz. Zusätzlich zu den unmittelbaren Qualen folgen dann oft jene, die durch das Ablecken der Pfoten entstehen. Das Salz und nicht zuletzt die beigemengten Zusatzstoffe (z.B. Ethylenglycol) gelangen in den Magen und führen zu Vergiftungserscheinungen und schlimmstenfalls zu schweren Nierenschädigungen.
  • Salz ist aber auch äußerst schädlich für Bäume, Sträucher, Gräser und andere Pflanzen. Die Salze gelangen in deren Stoffwechsel, beeinträchtigen den Nährstoffkreislauf und zerstören Zellstrukturen.
  • Im Boden und in kleinen Gewässern tötet oder schwächt das Salz Kleintiere und Fische, denn die sind auf Süßwasser angewiesen.
  • Die „Salzstreuer“ schädigen sich aber auch selbst, denn Salz führt zu Korrosionserscheinungen an Fahrzeugen und es beschädigt Beton in jeglicher Form.
  • Wer schon bei Schneefall Salz streut, begeht zudem eine Ordnungswidrigkeit, denn die Straßenreinigungssatzungen gestatten den Salzeinsatz nur in extremen Ausnahmefällen und nur bei extremer Eisglätte, sofern keine anderen Möglichkeiten mehr helfen.

Die Hundefreunde der Insel und die Föhrer Grünen appellieren gemeinsam an alle Hausbesitzer und ganz besonders an die Hausmeisterdienste, sich rechtzeitig mit Streusand zu versorgen, der ihnen sogar kostenlos zur Verfügung steht. Allein in Wyk stehen 16 Sandcontainer zur freien Verfügung.

Besitzer von Kaminen oder Öfen können auch – wie früher üblich – die Asche verwenden.

Gemeinsam rufen die Grünen und die Hundepension „Tierisch Menschlich“ auf zum

Protest-Gassigehen:

„Sand statt Salz“

am 25. November 2017 um 11:00 Uhr

vom Rathausplatz bis zum Schwimmbad .

 

Anhang: Satzungen von Wyk und von vielen Landgemeinden

Satzung

über die Straßenreinigung in der Stadt Wyk auf Föhr
§ 3
Art und Umfang der Reinigungspflicht

(2) Die Gehwege sind bei Glätte mit abstumpfenden Stoffen zu bestreuen. Die Verwendung von Streusalz und anderer für Menschen, Tiere und Anpflanzungen schädliche Stoffe auf den Gehwegen und begehbaren Seitenstreifen zur Beseitigung von Schnee ist untersagt. Eisglätte darf mit Streusalz nur bekämpft werden, wenn sie anders nicht beseitigt werden kann. Die Streupflicht erstreckt sich auf die Fußgängerwege und die besonders gefährlichen Fahrbahnstellen, bei denen die Gefahr auch bei Anwendung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt nicht oder nicht rechtzeitig erkennbar ist. Nach 20.00 Uhr entstehendes Glatteis ist bis 8.00 Uhr des folgenden Tages, in der Zeit von 8.00 Uhr bis 20.00 Uhr entstehendes Glatteis so oft wie erforderlich unverzüglich zu beseitigen; dies gilt auch für Glätte, die durch festgetretenen Schnee entstanden ist.

Satzung

über die Straßenreinigung
(gilt in den meisten Föhrer Landgemeinden):

Die Verwendung von Salz ist grundsätzlich verboten. Sie ist ausnahmsweise in solchen beson- deren klimatischen Ausnahmefällen (z.B. Eisregen) erlaubt, in denen durch Einsatz von abstumpfenden Mitteln allein keine hinreichende Streuwirkung zu erzielen ist, sowie an besonders gefährlichen Stellen an Gehwegen, zum Beispiel Treppen, Rampen, Brücken- und Deich- auf- und abhängen, starken Gefälle- bzw. Steigungsstrecken oder ähnlichen Gehwegsabschnitten. Baumscheiben und begrünte Flächen dürfen überhaupt nicht mit Salz oder sonstigen auftauenden Materialien bestreut werden. Auf ihnen darf kein salzhaltiger oder sonstige auftauende Mittel enthaltener Schnee abgelagert werden.