Stellungnahme vom 29. Juli 2019

Esther Drewsen
Vorstandssprecherin
04. August 2019

An die
Redaktion des Insel-Boten
Wyk auf Föhr

 

Stellungnahme/Presseerklärung zum Artikel „Wo Kunst und Natur verschmelzen“ vom 29. Juli 2019

Im Gegensatz zu Amrum hat Föhr nur ein einziges Schutzgebiet aufzuweisen: Die Godelniederung. Dort ist insbesondere die Vogelwelt außerordentlich schützenswert, denn einige der dort lebenden Arten sind in ihrem Bestand bedroht. Doch auch die Pflanzenwelt dieser einzigartigen Salzwiesenlandschaft sollte weitestgehend von menschlicher Beeinträchtigung verschont bleiben. Deshalb wird das Gebiet seit vielen Jahren nur eingeschränkt landwirtschaftlich genutzt, deshalb wurden Teile der Flächen sogar für Menschen gesperrt.

Und ausgerechnet hier stehen nun Kunstobjekte, deren Betonfundamente mit Baumaschinen erstellt wurden und deren Zweck es sein soll, Menschen anzulocken. Wenn diese dann auch noch ihre Hunde mitbringen, dann stellen sie für die Vögel einen besonders hohen Stressfaktor dar.

Es stellt sich die Frage, weshalb die Untere Naturschutzbehörde solche Störungen in einem hochsensiblen Gebiet genehmigt hat. Weder bei der Erstellung des zugrundeliegenden Gutachtens noch vor der behördlichen Genehmigung wurden jene Menschen eingebunden, die sich seit vielen Jahren um den Schutz der Godelniederung bemühen. Die Gutachter und letztlich auch die Untere Naturschutzbehörde kamen zu ihren Ergebnissen, ohne die Schutzgebietsbetreuer des BUND einzubinden oder die Schutzstation Wattenmeer bzw. das Nationalparkamt im Vorfeld zu konsultieren.

Die Kunstobjekte auf Föhr sollen zum Nachdenken über die Natur anregen. Dieses Ziel erreichen sie in der Godelniederung auf eine fragwürdige Weise.