Videokonferenzen mit Jitsi / BBB

Seit der Corona-Pandemie hat die Grünen-Fraktion Wyk bereits einige Videokonferenzen mit Jitsi unternommen. Und auch wir werden in Zukunft in unserem OV Föhr-Amrum Videokonferenzen (VK) mit Jitsi veranstalten können – gerade auch für kurzfristige Besprechungen bzw. Abstimmungen zwischen Föhr und Amrum, trotz Corona und sogar ganz ohne stundenlange Anfahrt!

Viele Mitglieder oder Nahestehende, ob in unserem OV oder im Kreisverband (KV), kennen bereits Jitsi bzw. BigBlueButton (BBB) und nehmen gerne an diesen VK teil.

Voraussetzung ist natürlich, dass man mit den Einstellungen klar kommt, was beim allerersten mal noch etwas gewöhnungsbedürftig sein kann. – So konnte ich z.B. anfangs alles sehr gut sehen und hören, was auf der VK passierte, aber die anderen VK-Teilnehmer sagten, mein eigenes Mikrofon ist viel zu laut und ich solle es besser stummschalten. – Ein anderer wollte mit Windows 10 das erste Mal an einer VK des KV teilnehmen, doch er konnte bloß hören und fand lange keine Lösung dafür. – Noch andere wiederum hatten mit Apple ähnliche Probleme. – Solche Anfangsschwierigkeiten treten nicht nur mit Jitsi bzw. BBB auf, sondern betreffen alle VK-Programme.

Aus diesem Grund beschreibe ich hier in 4 Teilen die basics für alle diejenigen, die mit Jitsi bzw. BBB Probleme haben oder gerne mal allein Jitsi oder BBB ausprobieren möchten:

 

Teil 1:

Was ist Jitsi bzw. BigBlueButton?

Jitsi ist eine Sammlung freier Software für IP-Telefonie (VoIP), Videokonferenzen und Instant Messaging und ist eine OpenSource. Die beiden wichtigen IT-Techniken sind HTML5 und WebRTC (Web Real-Time Communication, deutsch „Web-Echtzeitkommunikation“). – Jitsi ist ein einfaches und unkompliziertes VK-Programm, das einfach zu starten und zu beenden ist. Danach sind alle Daten, z.B. auch die der Teilnehmer, gelöscht.

Im Kreisverband Nordfriesland wird die gleiche Technik benutzt, aber mit dem anderen Videokonferenz-Programm BigBlueButton (BBB), ebenfalls eine OpenSource. Es verfügt zu verschiedenen Webkonferenzdiensten über Integrationen für viele der wichtigsten Lern- und Inhaltsverwaltungssysteme. – Gerade in dieser Zeit des Coronavirus wird BBB auch in vielen Schulen erfolgreich genutzt.

 

Worauf wir bei Jitsi bzw. BBB zuerst achten müssen

 1.) Die Webcam kann blockiert sein

Die jeweilige Webcam an Laptop oder PC kann gerade bei Windows 10 blockiert sein. Man sieht sich dann selbst nicht:



Der Grund: Windows 10 läuft als Angebot automatisch mit dem Firewall-Programm Free-Avast. Dieses blockiert die Webcam und man kann seine Einstellung nicht ändern . – Daher deinstalliere dieses Programm und starte erneut Windows 10. Jetzt sieht man sich selbst:



Es kann auch bei anderen Free-Firewalls geblockt sein und möglicherweise auch bei Apple. Ich empfehle dringend, diese Free-Firewall zu deinstallieren.

(Bei Windows 10 betrifft dies auch die Microsoft-Firewall Bitdefender. Wer dazu auch ein weiteres, anderes Firewall kauft und installiert, bleibt dennoch Microsofts Bitdefender intern. Insofern muss man kein weiteres kommerzielles Firewalls bezahlen.)

 

2.) Immer den Browser aktualisiert halten

Allererste Voraussetzung ist, den gewünschten Browser, wie Chrome, Firefox, Opera und Microsoft Edge zu aktualisieren. – Apple-Safari funktioniert leider nicht richtig, auch in der neueste Version unter OS X 11.1 und hat Darstellungs- und Tonprobleme. Deswegen empfehle ich Chrome oder Firefox zu nutzen. – Der alte Internet Explorer funktioniert nicht mehr. (Siehe WebRTC)

 

3) Probleme mit dem Audio

Wichtig ist auch, dass bei WebRTC sowohl die Video als auch Audio getrennt sind. Beide werden gemeinsam z.B. als Internet-Daten einer sendenden Person A komprimiert und danach von einer anderen empfangenden Person B dekomprimiert. – Diese „A-law-Audio-Verfahren“ ist für analoge Audiosignale im Telekommunikationsbereich konzipiert. Genau in diesem Verfahren wird versucht, möglichst alle Audio-Varianten zu nutzen. Die Videoübertragung ist in so einer VK meistens sehr gut, die Audioqualität aber häufig schlecht. Warum? Man legt den technischen Schwerpunkt auf die sprachliche Kommunikation, egal, ob der Klang gut ist oder schlecht. – Muss man sich einfach daran gewöhnen, so wie es halt ist.

Hierbei ist das „Hören“ und das „Sprechen“ deutlich voneinander zu unterscheiden: Das „Hören“ kann man für das eigene Gefühl beliebig lauter oder leiser einstellen. Aber das „Sprechen“ wird über das Mikrofon geregelt: Der „Sprecher“ merkt also nicht, wie „laut“ sein Mikrofon für die anderen klingt, aber die „Hörenden“ merken das eben ganz genau. – Insofern empfehle ich, beim Anfang von Videokonferenzen, das Mikrofon zunächst einmal auf 50% zu reduzieren. Danach kann man es so nachjustieren, wie es für die anderen optimal passt.

So kommt Ihr zur Einstellung für Eure Mikro-Lautstärke:

  • Bei Windows 10: „Einstellungen → System → Sound → Geräteeigenschaften → Lautstärke“
  • Apple OS X: „Systemeinstellungen → Ton → Eingabe → Gerät auswählen (integriertes Mikrofon oder externes Mikrofon oder in Kamera integriertes Mikrofon)
  • Bei Linux Gnome: „Einstellungen → Audio → Eingang: Lautstärke“

 

Wie geht es jetzt weiter?

Nach diesen Punkten gehen wir jetzt an den Teil 2

[15.01.2021 sd]